Vom Weströmischen Kaisertum zum Heiligen Römischen Reich
Anmeldung möglich
Wann endete das Römische Reich? Die übliche Antwort lautet 476, mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers. Eine zweite, ebenso berechtigte Antwort heißt 1806. In jenem Jahr legte Franz II. unter dem Druck Napoleons die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Dazwischen liegt eine politische Idee, die Europa über ein Jahrtausend prägte.
Der Kurs nimmt diese Lücke ernst. Mit der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800 wurde die römische Würde im Westen erneuert. Otto I. festigte sie 962, als er sich in Rom zum Kaiser krönen ließ und damit eine Linie begründete, die bis ins frühe 19. Jahrhundert reichte. Die mittelalterliche Theorie der translatio imperii lieferte das geistige Fundament: Das Reich war übertragen worden, vom Orient nach Rom, von Rom an die Franken, schließlich an die deutschen Könige.
Im Verlauf wird sichtbar, weshalb das Reich an seiner inneren Verfassung scheiterte. Die Reichsfürsten setzten ihre Interessen zunehmend gegen den Kaiser durch. Eine schlagkräftige Reichspolitik gegenüber Frankreich oder den Osmanen kam selten zustande. Was übrig blieb, war ein Verbund hoher Symbolik und geringer Durchschlagskraft.
Behandelt werden Quellen aus mittelalterlicher Chronistik, Reichskirchengeschichte und Verfassungsentwicklung. Der Bogen reicht von der Investiturfrage bis zum Reichsdeputationshauptschluss. Welche Spuren das Reich im deutschen und europäischen Selbstverständnis hinterließ, lässt sich nicht in einer Linie beantworten.
| Kursnr. | 262.1B000N |
| Beginn | Mi., 23.09.2026, 17:45 - 19:15 Uhr |
| Dauer | 12 Termine |
| Kursort | VHS, Raum BG 214 |
| Entgelt | 52,00 € |
| Kursleitung |
|
| Fragen zu Anmeldung, Ermäßigung, Auskünfte zu freien Kursplätzen |
Annette Volmer +49 201 88 43102 annette.volmer@vhs.essen.de |
| Inhaltliche Beratung | Nikolaos Georgakis +49 201 88 43215 nikolaos.georgakis@vhs.essen.de |
VHS, Raum BG 214
Burgplatz 145127 Essen