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Vortrag: Gibt es Zukunft in der Vergangenheit? Eine Antwortsuche in der philosophischen Tradition utopischen Denkens

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Lässt sich eine bessere Gesellschaft denken, ohne in naive Schwärmerei zu verfallen? Utopien haben in der philosophischen Debatte einen schweren Stand. Der Verdacht, realitätsblind zu sein, begleitet sie seit Jahrhunderten. Wer von gelingendem Zusammenleben spricht, muss erklären können, worin sich ein solcher Entwurf von bloßer Wirklichkeitsflucht unterscheidet. Gleichzeitig leisten Utopien etwas, das nüchterne Analysen allein nicht bieten können: ein Bild davon, wie Zusammenleben anders aussehen könnte.

Peter Leitzen verfolgt in seinem Vortrag die These, dass utopisches Denken in der abendländischen Tradition eine produktive Kraft entfaltet hat. Im Zentrum steht ein begriffliches Spannungsfeld: Das griechische ou-topos lässt sich als Nicht-Ort lesen, als ewiges Nirgendwo. Ernst Bloch interpretierte den Begriff anders und deutete ihn als Vorgriff auf etwas, das noch keinen Ort hat, aber einen beansprucht. Diese Verschiebung, vom Unerreichbaren zum Ausstehenden, prägt die philosophische Auseinandersetzung bis heute.

Der Abend stellt zentrale Denkansätze vor. Epikurs Gartenphilosophie entwarf den Rückzugsort als Schutzraum vor den Verwerfungen der Welt. Michel de Montaigne rückte die Freundschaft ins Zentrum seines Nachdenkens über Verbundenheit jenseits gesellschaftlicher Funktionalität. Hannah Arendt und Jürgen Habermas schließlich entwickelten Modelle zwischenmenschlicher Praxis, die von der Möglichkeit unbeschädigter Verständigung ausgehen. Allen Ansätzen gemeinsam ist die Orientierung am Kleinen: an konkreten Beziehungen, an überschaubaren Gruppen, an einem Miteinander, das im direkten Austausch wurzelt.

Die vorgestellten Ideen werden in einer offenen Diskussion befragt. Teilnehmende können die Positionen gegeneinander abwägen und auf eigene Erfahrungen beziehen. Wie tragfähig solche Entwürfe heute noch sind, gehört zu den Fragen, die der Abend aufwirft, ohne sie vorschnell zu beantworten.

Der Referent hat viele Jahre als Lehrer die Fächer Philosophie, Sozialwissenschaften, Pädagogik und Politik unterrichtet.


Kursnr. 262.1C007N
Beginn Mo., 21.09.2026, 18:30 - 20:00 Uhr
Dauer 1 Termin
Kursort VHS, Raum E.11 (Kleiner Saal)
Entgelt 0,00 €
Kursleitung
Peter Leitzen
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Fragen zu Anmeldung, Ermäßigung,
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  +49 201 88 43102
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Inhaltliche Beratung Nikolaos Georgakis
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  nikolaos.georgakis@vhs.essen.de
Ein älterer Mann mit grauen Haaren und kurzem Bart blickt lächelnd in die Kamera. Er trägt ein dunkelblaues Oberteil über einem hellblauen Hemd mit Streifen. Im Hintergrund sind unscharf helle Steinwände und ein Fenster zu erkennen. Das Bild ist eine Nahaufnahme, der Fokus liegt auf dem Gesicht des Mannes, das freundlich und offen wirkt.
Peter Leitzen, Foto: privat
Datum
Uhrzeit
Ort
Datum
21.09.2026
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Burgplatz 1, VHS, Raum E.11 (Kleiner Saal)

VHS, Raum E.11 (Kleiner Saal)

Burgplatz 1
45127 Essen
Peter Leitzen
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